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Gott Vater

Gott Vater - Entstehung


In der Internet-Enzyklopädie Kathpedia lesen wir unter dem Stichwort „Gott Vater“:

„Gott Vater ist die erste Person der Heiligsten Dreifaltigkeit.

Im Vater unser wird nicht nur gesagt, dass Gott ein Vater ist - nein, im Gebet wird von Ihm als unser Vater gesprochen: Durch die Selbstoffenbarung Gottes im Gottmenschen Jesus Christus, dem Sohne des Vaters - der 2. Person der Heiligen Dreifaltigkeit, vor allem durch gnadenhafte Annahme der Botschaft des Vaters in Jesus Christus, erhält der Mensch den Geist der Gotteskindschaft, der uns „Abba“ – „Vater“ sagen lässt. Er beschenkt Menschen, die die heilige Taufe annehmen, mit der göttlichen Gnade - dem übernatürlichen Leben aus der Gnadenfülle Gottes. Es ist der Beginn des neuen Lebens in, mit, durch und für Gott. Dich brauche ich, Dich möchte ich als Kind, Dich rufe ich in meine Familie, in meine heilige Kirche, in die Ewigkeit bei mir.


Der Vater jedes Einzelnen

Er hat jeden Menschen unverwechselbar geschaffen, denn er ist der Schöpfer. Er hat den Menschen aus dem Verhältnis eines gottabgewandten Weltmenschen herausgerufen und zu seinem Kind durch seinen Sohn Jesus Christus gemacht. Darum hat Gott einen solchen Menschen zu einer Ehre erhoben, die keinen Vergleich in dieser Welt kennt: Aus dem Außenstehenden wurde ein Familienmitglied; dem Schöpfer nicht mehr durch Übertretung - Sünde - abgekehrt, sondern durch Liebe und Gnade Gottes wesenhaft verbunden.

Im zweiten Hochgebet (des lateinischen Ritus) heißt es: „Du hast uns dazu berufen, vor Dir zu stehen und Dir zu dienen. Der gläubige Mensch darf Gott, in selbstloser Bereitschaft stehend, dienen. Zum Dienst für Gott zählt also die tätige - stehende Bereitschaft und Handlung gemäß dem Auftrag Gottes im heiligen Evangelium und seiner heiligen Kirche. Dazu gehört auch das Gebet, vorzüglich aber die Anbetung in gebührender ehrfürchtiger Haltung, zu der wir als Kinder und Geschöpfe Gott, unserem Schöpfer, Erhalter, Erlöser, Vollender und Herren, im liebevollen Bewusstsein verpflichtet sind.


Der Vater aller Menschen

Diesen Ehrenrang der Gotteskindschaft hat Gott in der heiligen Taufe allen Christen zuerkannt. Alle Christen sind in der heiligen Taufe dazu aufgerufen, Gott und seiner Kirche zu dienen, seinen Willen zu suchen und zu erfüllen, um auf diese Weise - getragen durch das Gnadenleben aus den heiligen Sakramenten - das Ewige Leben bei Gott - zu erlangen. Einen Vater im Himmel zu wissen, verbindet den Einzelnen mit Gott auf neue Weise; einen gemeinsamen Vater zu haben, verbindet den Einzelnen mit seinem Nächsten.

Während das Lukas-Evangelium des Öfteren von der Feindesliebe spricht, enthält das Johannes-Evangelium nur den Auftrag zur Bruderliebe („Liebet einander, wie ich Euch geliebt habe“). Es mag als die größte Herausforderung des Christentums gelten, seine Feinde zu lieben. Der einzige wirkliche Grund, den Nächsten zu lieben, ist die Tatsache, dass auch Gott ihn liebt. Gott lieben heißt immer, auch den zu lieben, den Gott liebt. Zur Gottesliebe gehört aber ganz besonders die Wahrheitsliebe; nämlich das unbedingte Festhalten an den Lehren des Herrn Jesus Christus im heiligen Evangelium, seiner Apostel und seiner Kirche. Denn nur, wenn wir dem Nächsten die Wahrheit um den Willen Gottes nicht vorenthalten, üben wir eine wahrhaftige Nächstenliebe. Alles andere wäre keine wahre Gottes-und Nächstenliebe.


Vater-Kind-Beziehung

Wer von seinem Vater spricht, versteht sich als Kind. Gott ist der Vater der Gläubigen, weil er in ihnen das Abbild seines Sohnes wiedererkennt; die Gläubigen sind seine Kinder, weil sie durch die Sakramente in den mystischen Leib seines Sohnes Jesus Christus - seine heilige Kirche - einverleibt sind. Diese Liebe ist ein Gnadengeschenk - man sollte gemäß diesem herrlichen Gnadengeschenk leben und wirken.

Kinder brauchen besonderen Schutz. Wer Gott als den Vater glaubt, gesteht sich seine Schutzbedürftigkeit ein. Wer diese leugnet, gaukelt sich Selbständigkeit vor, bekommt sie aber dadurch nicht. Wer sich aber im Schutz des Vaters geborgen weiß, wird Vertrauen fassen und weiß sich gehalten. Es geht im Glauben nicht um Selbständigkeit: Der Kern des Glaubens ist das Bejahen der menschlichen Heils-und Schutzbedürftigkeit und das Wissen um deren Erfüllung durch die Liebe Gottes.

Kinder sind wackelig auf den Beinen. Deshalb ist der Mensch gerade in den Dingen, die über die eigene Welt, den eigenen Verstand, Erkenntniskraft und die gefallene Natur hinausreichen, auf die Führung Gottes angewiesen. Er führt wie ein Vater, der den Menschen an die Hand nimmt, ihn hält, aber ihn auch selber seine Schritte machen lässt; der ihn führt, aber auch seinen Richtungsänderungen folgt (und sie, behutsam, korrigiert - wenn auch manchmal nach Umwegen).

Kinder sind unerfahren. Deshalb gibt Gott dem Menschen Zehn Gebote - Gebote, um ihm böse Folgen seines stolzen Eigenwillens zu ersparen. Ein guter Vater warnt und ermutigt, gibt Verbote und Gebote - aber lässt seinem Kind die Freiheit. Zur Liebe des Vaters gehört auch die liebevolle Strenge der Gerechtigkeit - stets als Mittel, um einem ungehorsamen eigenwilligen Kind den Irrtum, das Widrige, ja das Boshafte seiner Entscheidung vor die Augen des Gewissen zu führen. Große Freude entsteht über die Absicht der Wiedergutmachung eines einsichtigen Kindes: Es wendet sich erneut den Eltern zu, sucht deren Nähe, Liebe, Trost und gibt selber etwas von sich als Zeichen der liebevollen Reue. Selbst wenn Menschen durch die Schwere ihrer verkehrten Entscheidung große Schuld auf sich laden und gar die Gnade Gottes verlieren, dürfen sie sich der Möglichkeit der Umkehr und der Wiederherstellung des Gnadenlebens ihrer Seelen durch die Dienste seiner heiligen  Kirche sicher sein: Das heilige Sakrament der Buße und Versöhnung, Wiedergutmachung und Sühne als Mittel und Weg zur Einsicht und Umkehr sind immer genau das: Erneuerung des übernatürlichen Gnadenlebens und Heilung der menschlichen Seele und Versöhnung mit Gott, seiner Kirche und den Menschen.“

Entnommen aus: www.kathpedia.de – Gott Vater
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Im Evangelium lehrt uns Jesus, wie unser Verhalten dem Vater gegenüber aussehen sollte, aber auch welch große Barmherzigkeit und Vatergüte der Himmlische Vater uns gegenüber zeigt. Wenn der verlorene Sohn zurückkehr, dann wird das Mastkalb geschlachtet und an den Finger des Sohnes wieder der Ring gesteckt. Dieser Ring bedeutet, dass der Sohn wieder im Bündnis und Einverständnis mit dem Vater lebt. Jesus zeigt uns, wohin die Abwendung vom Vater uns führt, nämlich in die seelische Armut, den Hunger, die Traurigkeit und Hilflosigkeit. Der Vater läuft dem Sohn entgegen und dieses Entgegenlaufen zeigt uns, wie sehr Gott dem Menschen zu Hilfe kommt, um seine Bekehrung zu ermöglichen.

Die heilige Theresia vom Kinde Jesu ist ein großes Vorbild der Hingabe an den Willen des Vaters. Sie wusste, dass der Vater das Kind auf seinen Armen tragen wird und so ließ sie sich von Gott Vater von Stufe zu Stufe zur Heiligkeit tragen. Dieser geistliche Weg der Kindheit ist nichts anderes als die liebevoll gelebte Hingabe an den Willen des Vaters. Der Vater ermöglicht es dem Kind, heilig zu werden, weil er den schwachen Kräften des Kindes zu Hilfe kommt und es stützt. Die Arme des Vaters, welche das Kind in eine ungeahnte Höhe tragen, sind wirklich ein himmlischer Aufzug, sozusagen der Aufstieg auf der Himmelsleiter, welche die Kirchenväter so schön beschreiben.

Das Sakrament (Mysterium) in das Haus des Vaters ist die Beichte. Die Sünde, also das, was das Kind vom Vater trennt, wird durch die Vergebung des Herrn hinweggenommen und die helfende Gnade ein Geschenk des Himmlischen Vaters wird gegeben, um in der Gemeinschaft mit dem Vater bleiben zu können. Es ist eine schöne Übung, sich durch Gebete auf die Beichte vorzubereiten und für den Beichtvater selbst um die Gaben des Heiligen Geistes zu bitten.

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